Für Sehende ist es schon nicht gerade einfach, für Blinde und Sehbehinderte genauso, vielleicht sogar umso mehr: Wie findet man nur den richtigen Partner?
„Und da hab ich sie gesehen, und es hat gleich gefunkt!“ oder „Wir haben uns tief in den Augen gesehen, und da hab ich gewusst, dass er der Richtige ist!“ – solche romantischen Aussagen fallen weg, wenn beide Partner oder einer von beiden nicht oder nur kaum sehen kann. Wenn aber der Blickkontakt für die Partnersuche keine Rolle spielt, was sind denn dann die entscheidenden Kriterien?
Zunächst einmal die Stimme – und dann natürlich die Fähigkeit zu kommunizieren. Wer nicht miteinander ins Gespräch kommt, lernt sich nicht kennen und erfährt auch nichts vom anderen, egal, ob dieser nun ebenfalls blind oder sehbehindert oder aber ein Sehender ist. Wie aber lernt man sich kennen?
Ein perfektes Rezept gibt es nicht, aber verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die altbekannte: Rausgehen und Kontakte knüpfen. Die Hemmschwelle, auf jemand anderen zuzugehen, ist für viele Menschen sehr hoch, Sehbehinderung hin oder her. Ein geschützter Rahmen kann da helfen – für Blinde und Sehbehinderte sind deshalb insbesondere Möglichkeiten des Zusammentreffens mit anderen Blinden und Sehbehinderten von Bedeutung. Unterschiedliche Freizeittreffs und –angebote gibt es in kleinen wie großen schleswig-holsteinischen Orten; die Teilnahme an geführten Rundgängen oder auch Sportaktivitäten oder die Mitarbeit in einer der schleswig-holsteinischen Selbsthilfegruppen (im LIKE-Portal unter den Rubriken Freizeit und Selbsthilfe zu finden) kann ein guter Einstieg sein und dazu führen, dass über die Freude an gemeinsamen Aktivitäten seine Hemmungen vergisst.
In früheren Zeiten war es eine Notwenigkeit, sich außer Haus zu begeben, um jemanden kennen zu lernen. Das ist heute zum Glück nicht mehr der Fall, Blinde wie Sehende haben die Möglichkeit, sich über das Internet kennen zu lernen und auszutauschen, zum Beispiel über Online-Partnerschaftsvermittlungen, von denen einige speziell auf Menschen mit Behinderungen spezialisiert sind (http://www.handicap-love.de http://www.p-m-partnervermittlung.de). Hier können heterosexuelle wie auch homosexuelle Blinde und Sehbehinderte nach und dabei muss der gewünschte Partner keinesfalls ebenfalls blind oder sehbehindert sein – viele glückliche Beziehungen zwischen Sehenden und Blinden beweisen, dass jede Konstellation möglich ist und Glück spenden kann.
Manch ein Sehender hat jedoch Hemmungen gegenüber Blinden und Sehbehinderten und weiß nicht recht, wie er sich ihnen gegenüber verhalten soll. Hier ist der Blinde im Vorteil, der dem Sehenden dann mit einem freundlichen und offenen Auftreten über die Berührungsängste hinweghelfen kann. Wer gezielt um Hilfe bittet, hat damit schon den ersten Schritt zur Kontaktaufnahme getan. Was im übrigen keine Schande ist, sondern ein Zeichen von Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein – durchaus attraktive Werte in unserer Zeit, und das nicht nur für Männer, sondern genauso für Frauen.
Für Jugendliche wiederum gibt es mit der Plattform des DBSV-Jugendclub „Wir sehen keine Grenzen“ ein speziell auf ihre Bedürfnisse angepasstes Angebot, auf dem sie sich über den aktuellen Kultur-und Freizeitkalender in den verschiedenen Bundesländern informieren und untereinander austauschen können: http://www.dbsv.org/ratgeber/betroffenengruppen/jugendliche
Und wer sich noch weiter in das Thema Liebe, Partnerschaft und z.B. die Frage, wie wichtig Schönheit für blinde Frauen ist, vertiefen möchte, der ist mit http://www.blindverstehen.de und http://www.captain-handicap.de/index.php gut bedient.
Eine Gruppe für die Kontaktpflege speziell von schwulen und bisexuellen Maennern aus dem deutschsprachigen Raum gibt es zudem auch, nämlich Blindgaygerman http://de.groups.yahoo.com/group/blindgaygerman, die nicht nur den Beziehern der Casettenzeitschrift “Rosa Brille” als zusätzliches Kontaktforum dient: Anmeldung per Mail an: BlindGayGerman-subscribe@yahoogroups.de